Decoflorall VOF aus Zierikzee liefert Floristikmaterial und Saatgut an Großverbraucher und Privatkunden. Der Webshop ist das Herz des Unternehmens: über 27.000 Artikel, im Schnitt rund 300 Bestellungen pro Woche und zwei Kundengruppen, die jeweils ihre eigenen Preise sehen.
Bis 2025 lief das auf Logic4. Als die Lizenz gekündigt wurde und auslief, gab es eine harte Deadline: ein neues System, das Webshop, Lager und Buchhaltung verbindet und deutlich vor der arbeitsreichen Herbstsaison live geht.
Decoflorall in Zahlen
Die Herausforderung
Decoflorall suchte kein einzelnes Webshop-Paket mit einer separaten Buchhaltung daneben. Sie wollten ein System, in dem eine Bestellung direkt in Lager, Kommissionierung und Rechnung läuft. Die Messlatte lag in drei Punkten hoch.
Lager zuerst. Mit 27.000 Artikeln, Produktvarianten, Stücklisten-Artikeln und bewusstem Negativbestand auf fiktiven Lagerorten musste das Lagermodell stimmen, bevor der Rest darauf aufbauen konnte. Dazu zwei Preislisten, Geschäfts- und Privatkunden, die automatisch den richtigen Tarif anzeigen - im Backend und im Webshop. Und schließlich die Zeit: Die Logic4-Lizenz lief aus, der Wechsel musste also schnell und ohne Lücke im Verkauf erfolgen.
Die Umsetzung
Wir begannen mit einer Fit-Gap-Analyse: je Prozess - Einkauf, Lager, Verkauf, Webshop, Buchhaltung - festlegen, was Standard-Odoo bereits leistet und wo Konfiguration oder Anpassung nötig ist. Anschließend richteten wir die Module schrittweise auf Odoo Enterprise ein, mit einer separaten Testumgebung neben der Live-Umgebung auf Odoo.sh.
Datenmigration aus Logic4
Den vollständigen Artikelstamm - über 27.000 Produkte mit Varianten, internen Referenzen, Lieferantendaten und Bildern - holten wir aus Logic4 und importierten ihn strukturiert in Odoo. Lieferantenpreise und Bestand kamen teils über die Logic4-API mit, sodass die Einkaufspreise vom ersten Tag an stimmten.
Lager, Varianten und Kommissionierung
Das Lager läuft mit Lagerortverwaltung, Barcode-Scanning und Batch-Kommissionierung. Negativbestand fingen wir mit fiktiven Lagerorten ab, damit Verkäufe nicht stocken, wenn ein Artikel rechnerisch auf null steht. Min-Max-Niveaus füllen den Bestand automatisch auf Basis der Verkäufe auf, und Produkte mit mehreren Lieferanten wählen automatisch die richtige Bezugsquelle.
Einkauf mit mehreren Lieferanten
Der Einkauf ist auf Lieferantenpreislisten für Zehntausende Produkte ausgelegt, mit Preisen, die je Auftragszeile anpassbar sind. Eine Warnung auf Einkaufs- und Verkaufsaufträgen meldet Abweichungen, bevor sie das Haus verlassen.
Verkauf, Preislisten und Webshop
Der Odoo-Webshop bedient beide Kundengruppen aus einem Katalog: Geschäftskunden und Privatkunden sehen jeweils ihre eigene Preisliste, mit einem Treueprogramm obendrauf. Produktseiten, Variantenfilter und die Suchfunktion sind auf Auffindbarkeit ausgelegt, inklusive Schema-Markup und einer Anbindung an die Google Search Console für die SEO.
Versand über eine direkte Spediteur-Anbindung
Statt einer Zwischenschicht wie SendCloud verbindet sich Odoo direkt mit der eigenen Spediteur-API von Decoflorall. Aus dem Lieferauftrag laufen Etiketten und Track-and-Trace direkt zum Spediteur.
Niederländische Buchhaltung und Zahlungen
Die Buchhaltung läuft vollständig in Odoo, auf der niederländischen Steuerlokalisierung. EU-Lieferungen erhalten nach Prüfung der USt-IdNr. automatisch 0% MwSt., Bankbewegungen werden über eine Bankanbindung abgeglichen, und Webshop-Zahlungen über Mollie laufen über ein Verrechnungskonto, das sauber aufgeht. Die Fakturierung steht auf “Abrechnung nach Lieferung”, was den Cashflow planbar hält.
Ergebnis
In rund zwei Monaten standen die vollständige Konfiguration und der Go-live von Lager, Logistik und Webshop. Decoflorall steuert seitdem den gesamten Betrieb - vom Einkauf über die Kommissionierung bis zur Rechnung - aus einer einzigen Odoo-Plattform, mit Webshop und Lager in Echtzeit verbunden. Der Wechsel von Logic4 war vor der arbeitsreichen Herbstsaison abgeschlossen.
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