Wer nach einer Odoo-Implementierungs-Checkliste sucht, findet vor allem Listen mit dreissig losen Tipps. Das Problem einer Implementierung ist selten ein fehlender Tipp - es ist die fehlende Reihenfolge. Deshalb steht unten keine Tippliste, sondern das Drehbuch: sieben Phasen, 26 Checkpoints, vom Benennen des Projektleiters bis zum Projektabschluss nach der Pufferzeit. Frei nutzbar, mit welchem Partner auch immer - und als abhakbares PDF herunterzuladen, ohne Formular davor.
Die Checkliste als PDF herunterladen
Odoo-Implementierungs-Checkliste herunterladen (PDF) - abhakbar, in Farbe, mit Links zu den passenden Tools. Drucken Sie sie aus und haengen Sie sie ans Projektboard. Auch verfuegbar auf Niederlaendisch und Englisch.
Phase 0 - Vorbereitung
Die am haeufigsten uebersprungene Phase - und die Phase, in der das Projekt bereits gewonnen oder verloren wird. Bevor irgendjemand etwas einrichtet:
- Benennen Sie einen internen Projektleiter (SPOC) und machen Sie dessen Verfuegbarkeit explizit - sie bestimmt das Tempo mehr als jede technische Entscheidung.
- Bestimmen Sie je Prozess einen Key User, der mitentscheidet, testet und spaeter Kollegen unterstuetzt - was ein Key User genau tut.
- Waehlen Sie Ihr Live-Datum und rechnen Sie zurueck, inklusive zwei Monaten Puffer fuer Tests und Verzug - der Go-live-Planer macht es in einer Minute.
- Setzen Sie den Budgetrahmen auf Basis des Scopes, nicht umgekehrt - was eine Implementierung kostet.
Phase 1 - Fit-Gap & Scope
Hier wird das Projekt vorhersehbar gemacht - oder eben nicht. In diese Phase stecken wir die meiste Zeit, aus gutem Grund:
- Erfassen Sie je Prozess, was wirklich passiert, nicht was das Handbuch sagt.
- Halten Sie je Zeile fest: Standard, Konfiguration oder individuell. Das wird die Scoping-Tabelle, die aus dem Vorhaben ein vorhersehbares Projekt macht - der Kern unserer TARGET-Methode.
- Benennen Sie jede Anbindung einzeln und fordern Sie die Spezifikationen jetzt an. Dritte bestimmen ihr eigenes Tempo; wer Specs erst waehrend des Baus anfordert, wartet waehrend des Baus.
- Bewerten Sie die Datenqualitaet ehrlich. Saubere Daten migrieren ist eine Aufgabe; erst bereinigen ein Teilprojekt.
- Vereinbaren Sie je Prozess eine Definition of Done, bevor gebaut wird.
- Entscheiden Sie, was in Phase eins live geht und was bewusst spaeter kommt. Scope ist ein Regler, kein Gegebenes.
Phase 2 - Einrichtung
- Richten Sie Kontenrahmen und Berichtsstruktur zuerst ein - alles bucht darauf zurueck, und nachtraegliches Umverteilen ist Handarbeit.
- Richten Sie Rollen und Rechte ein, bevor der erste Nutzer ins System geht.
- Bauen Sie den Hauptfluss durchgaengig funktionierend: Angebot, Auftrag, Lieferung, Rechnung.
- Starten Sie Anbindungen so frueh wie moeglich und testen Sie sie mit echten Daten.
Phase 3 - Daten
- Bereinigen Sie die Quelldaten im alten System, nicht waehrend der Migration.
- Fahren Sie eine Probemigration und lassen Sie Key User das Ergebnis validieren - sie erkennen, was fehlt.
- Vereinbaren Sie ein Datum, ab dem das alte System eingefroren ist. Zwei lebende Systeme sind kein Uebergang, sondern eine zweite Verwaltung.
Phase 4 - Testen & Trainieren
- Lassen Sie Key User mit echten Szenarien testen aus der eigenen Praxis, nicht mit Demodaten.
- Sammeln Sie Befunde auf einer Liste und triagieren Sie: blockierend, vor Go-live, oder danach.
- Trainieren Sie Endnutzer auf ihrer eigenen Arbeit, nicht auf dem ganzen System.
Phase 5 - Go-live
- Legen Sie Go/No-go-Kriterien vorab fest und klaeren Sie, wer entscheidet.
- Schreiben Sie ein Cutover-Drehbuch: was wandert wann, und was ist das Rueckfallszenario.
- Planen Sie Hypercare ein: kurze Wege und taegliche Abstimmung in den ersten Wochen.
Phase 6 - Nach dem Go-live
Die Phase, die in den meisten Checklisten fehlt - und den Unterschied macht zwischen einem System, das ankommt, und einem, das geduldet wird:
- Fuehren Sie eine Wunschliste und planen Sie Weiterentwicklung in festem Rhythmus.
- Evaluieren Sie nach einem Monat mit den Key Usern: was funktioniert, was reibt.
- Schliessen Sie das Projekt erst, wenn die Befunde aus der Pufferzeit geloest sind.
Die ehrliche Fussnote zu jeder Checkliste
Eine Checkliste fuehlt sich nach Kontrolle an, aber das Papier ist nicht die Arbeit. Die zwei Checkpoints, an denen Projekte wirklich stranden, sind nicht die technischen: es sind der Projektleiter, der keine Zeit bekommt, und die Scoping-Tabelle, die uebersprungen wird, weil “wir wissen, was wir wollen”. Wer diese beiden ernst nimmt, kann den Rest dieser Liste mit Zuversicht abarbeiten - wer sie ueberspringt, den rettet keine Checkliste.
Wollen Sie den kompletten Ansatz hinter dieser Checkliste, mit dem Warum je Schritt: er steht in unserem Buch “How we do Odoo” - kostenlos herunterzuladen, ebenfalls ohne Formular voller Pflichtfelder.
Lieber die Checkliste gemeinsam an Ihrer Situation entlanglegen? Planen Sie einen kostenlosen Odoo-Scan - dann gehen wir die Phasen mit Ihren Prozessen als Ausgangspunkt durch, und sind ehrlich darueber, wo die Risiken sitzen.
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